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Ratgeber & Tipps

EU-Energielabel für LED-Beleuchtung: Warum F oder G nicht schlecht ist

17.02.2026
6 Min. Lesezeit

Wer heute eine LED-Lampe kauft, sieht auf dem Energielabel häufig die Klasse F oder G – und ist irritiert. Schließlich galten LEDs jahrelang als Spitzenreiter in Sachen Energieeffizienz. Bedeutet ein „G“ auf dem Label, dass die Lampe ein Stromfresser ist? Die klare Antwort: Nein. Der Grund liegt in einer grundlegenden Neuordnung der EU-Energielabels, die seit September 2021 gilt.

Inhaltsverzeichnis 10 Abschnitte
  1. Was hat sich 2021 geändert?
  2. Warum sind fast alle LEDs jetzt F oder G?
  3. Die Skala im Vergleich
  4. Was sagt die Energieklasse wirklich aus?
  5. Warum landen manche LEDs in G statt F?
  6. Praxisbeispiel: Energieverbrauch im Alltag
  7. Das neue Label richtig lesen
  8. Worauf sollte man beim LED-Kauf achten?
  9. Energieeffiziente LED-Produkte im Überblick
  10. Fazit: Der Buchstabe ist nicht alles

Was hat sich 2021 geändert?

Bis 2021 reichte die Energieeffizienzskala von A++ (beste Klasse) bis E (schlechteste Klasse). Das Problem: Durch den technischen Fortschritt bei LED-Leuchtmitteln waren nahezu alle Produkte in den Klassen A+ oder A++ gelandet. Die Skala war nach oben hin ausgereizt und bot Verbrauchern kaum noch Orientierung – jede LED sah auf dem Papier gleich gut aus.

Die EU hat deshalb im Rahmen der Verordnung (EU) 2019/2015 die Energielabel für Leuchtmittel komplett neu skaliert. Die neue Skala reicht wieder schlicht von A (beste Klasse) bis G (schlechteste Klasse). Die Plusklassen (A+, A++, A+++) wurden abgeschafft.

Warum sind fast alle LEDs jetzt F oder G?

Der entscheidende Punkt: Die Klasse A wurde bewusst freigelassen. Zum Zeitpunkt der Einführung der neuen Labels gab es kein einziges Leuchtmittel auf dem Markt, das die Anforderungen für Klasse A erfüllt hätte. Selbst die besten verfügbaren LEDs erreichen nur Klasse D oder E. Die oberen Klassen sind als Anreiz für künftige Technologien vorgesehen.

Konkret bedeutet das: Eine LED-Lampe, die unter dem alten System die Bestnote A++ trug, kann unter dem neuen System in Klasse F oder G eingestuft werden – obwohl sich an ihrer Effizienz rein gar nichts geändert hat. Die Lampe verbraucht nicht mehr Strom als zuvor. Nur die Messlatte wurde deutlich höher gelegt.

Die Skala im Vergleich

Altes Label (bis 2021)Neues Label (ab 2021)Typische Technologie
A++D – GEffiziente LED
A+E – GStandard-LED
AF – GÄltere LED / Halogen-Ersatz
B – CG (oder nicht mehr im Handel)Kompaktleuchtstofflampe
D – ENicht mehr zulässigGlühlampe / Halogen

Was sagt die Energieklasse wirklich aus?

Das Energielabel gibt die Effizienz eines Leuchtmittels in Lumen pro Watt (lm/W) an – also wie viel Licht pro eingesetzter Energie erzeugt wird. Die neuen Grenzwerte sind streng:

  • Klasse A: über 210 lm/W – derzeit von keinem Serienprodukt erreicht
  • Klasse B: 185 – 210 lm/W – nur wenige Speziallösungen
  • Klasse C: 160 – 185 lm/W – vereinzelte High-End-LEDs
  • Klasse D: 135 – 160 lm/W – sehr effiziente LEDs
  • Klasse E: 110 – 135 lm/W – gute Standard-LEDs
  • Klasse F: 85 – 110 lm/W – die meisten LED-Leuchtmittel im Handel
  • Klasse G: unter 85 lm/W – LEDs mit besonderen Eigenschaften (dimmbar, RGB, warmweiß)

Zum Vergleich: Eine klassische 60-Watt-Glühbirne lieferte etwa 12 lm/W. Eine LED der Klasse G mit 80 lm/W ist also immer noch fast siebenmal effizienter als eine Glühbirne. Das relativiert den vermeintlich schlechten Buchstaben erheblich.

Warum landen manche LEDs in G statt F?

Nicht jede LED ist gleich. Einige Faktoren führen dazu, dass ein Leuchtmittel eine niedrigere Effizienzklasse erhält – ohne dass es deshalb ein schlechtes Produkt wäre:

  • Dimmbare LEDs: Die Elektronik für die Dimmfunktion verbraucht zusätzlich Strom, was die lm/W-Bilanz senkt.
  • Warmweiße Lichtfarbe (2700K): Warmweißes Licht erfordert mehr Phosphor-Beschichtung, was die Effizienz leicht reduziert. Neutralweiße LEDs (4000K) erreichen oft eine Klasse besser.
  • Hohe Farbwiedergabe (CRI >90): LEDs mit besonders natürlicher Farbwiedergabe opfern etwas Effizienz für bessere Lichtqualität.
  • Spezielle Bauformen: Dekorative Filament-LEDs, Spots mit engem Abstrahlwinkel oder sehr kompakte Bauformen haben konstruktionsbedingt geringere Effizienz.
  • CCT-Funktion (einstellbare Farbtemperatur): Produkte mit schaltbarer Lichtfarbe (z.B. 3000K/4000K/6000K) brauchen zusätzliche LED-Chips und Elektronik.

All diese Eigenschaften bieten einen echten Mehrwert für den Nutzer. Die etwas geringere Effizienz auf dem Papier ist in der Praxis kaum spürbar – und die Energieeinsparung gegenüber konventioneller Beleuchtung bleibt enorm.

Praxisbeispiel: Energieverbrauch im Alltag

Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Sie möchten eine 60-Watt-Glühbirne ersetzen. Dafür benötigen Sie etwa 800 Lumen Lichtstrom.

  • Glühbirne: 60 Watt für 800 Lumen → ca. 26 € Stromkosten pro Jahr (bei 3 Stunden/Tag, 0,40 €/kWh)
  • LED Klasse F (100 lm/W): 8 Watt für 800 Lumen → ca. 3,50 € Stromkosten pro Jahr
  • LED Klasse G (80 lm/W): 10 Watt für 800 Lumen → ca. 4,40 € Stromkosten pro Jahr
  • LED Klasse E (120 lm/W): 6,7 Watt für 800 Lumen → ca. 2,90 € Stromkosten pro Jahr

Selbst die LED mit Klasse G spart also über 80 % Stromkosten gegenüber der Glühbirne. Der Unterschied zwischen Klasse E und G beträgt gerade einmal 1,50 € pro Jahr und Lampe – ein Betrag, der bei Funktionen wie Dimmbarkeit oder einstellbarer Lichtfarbe gut investiert ist.

Das neue Label richtig lesen

Das neue EU-Energielabel für Leuchtmittel enthält neben der Effizienzklasse weitere nützliche Informationen:

  • QR-Code: Führt zur EPREL-Datenbank der EU, wo Sie das vollständige Produktdatenblatt mit allen technischen Details finden.
  • Energieverbrauch in kWh/1000h: Zeigt den tatsächlichen Stromverbrauch für 1.000 Betriebsstunden. Bei 8 Watt sind das beispielsweise 8 kWh – also Kosten von 3,20 € bei einem Strompreis von 0,40 €/kWh.
  • Effizienzskala A–G: Zeigt die relative Einstufung im Vergleich zu allen Leuchtmitteln auf dem Markt.

Tipp: Achten Sie beim Kauf weniger auf den Buchstaben und mehr auf den kWh-Wert. Er verrät Ihnen direkt, was die Lampe im Betrieb kostet.

Worauf sollte man beim LED-Kauf achten?

Statt sich vom Buchstaben auf dem Energielabel verunsichern zu lassen, sind folgende Kriterien beim LED-Kauf entscheidend:

  1. Lichtstrom (Lumen): Wie hell soll die Lampe sein? 400 lm für Akzentlicht, 800 lm als Glühbirnen-Ersatz, 1.500+ lm für Arbeitsflächen.
  2. Lichtfarbe (Kelvin): 2700K für gemütliches Warmweiß, 4000K für neutrales Arbeitslicht, 6000K für kühles Tageslicht.
  3. Farbwiedergabe (CRI): Mindestens CRI 80, besser CRI 90+ für Wohnräume und überall dort, wo Farben natürlich wirken sollen.
  4. Lebensdauer: Hochwertige LEDs halten 25.000 bis 50.000 Stunden – das sind bei 3 Stunden Betrieb pro Tag über 20 Jahre.
  5. Dimmbarkeit: Falls gewünscht, ausdrücklich auf „dimmbar“ achten – nicht jede LED ist dimmbar.

Energieeffiziente LED-Produkte im Überblick

Die folgenden Produkte zeigen, wie effizient moderne LED-Beleuchtung ist – unabhängig vom Buchstaben auf dem Label. Vom klassischen E27-Leuchtmittel über Einbaustrahler bis zum Außenstrahler: Alle sparen gegenüber konventioneller Beleuchtung über 80 % Energie.

Fazit: Der Buchstabe ist nicht alles

Das neue EU-Energielabel sorgt bei vielen Verbrauchern für Verwirrung – doch es ist kein Grund zur Sorge. Ein „F“ oder „G“ auf einer modernen LED bedeutet nicht, dass das Produkt ineffizient ist. Im Gegenteil: Selbst LEDs der niedrigsten Effizienzklasse verbrauchen rund 80–85 % weniger Strom als die Glühbirnen, die sie ersetzen.

Die neue Skala schafft Raum für zukünftige Technologiesprünge und ermöglicht es, auch innerhalb der LED-Technik feinere Unterschiede sichtbar zu machen. Wer beim Kauf auf Lumen, Lichtfarbe und Wattzahl achtet, liegt immer richtig – ganz gleich, ob auf dem Label ein E, ein F oder ein G steht.

Aktualisiert am 18.02.2026